Theater

Theater wird häufig aus zwei Perspektiven betrachtet: Als Berufszweig oder als Unterhaltung und Freizeitgestaltung. Im Rahmen unserer Arbeit blicken wir auf die pädagogischen Möglichkeiten die das Theater bzw. das Theatermachen bietet: Es stellt einen Entfaltungsraum für Persönlichkeiten dar. Kinder, die Zugang zum Theatermachen haben öffnen sich in diesem Rahmen häufig in besonderem Maße.

Theateraufführung 2014 - Der kleine Prinz
Theateraufführung 2014 - Der kleine Prinz
Den Zeitpunkt des sich Öffnens bestimmt das Kind allein, die Erzieherin schafft lediglich die Rahmenbedingungen dafür. Darüber hinaus kann Theatermachen zur Kommunikation beitragen und dem Kind einen Raum bieten sich mitzuteilen. Die Bestätigung während der Improvisation und nach Aufführungen kann die Entwicklung des Kindes in positiver Hinsicht beeinflussen. Die der Theaterpädagogik eigene Körperarbeit, die damit verbundene Wahrnehmung und der sich eröffnende Erfahrungsraum tragen maßgeblich zur Persönlichkeitsentfaltung bei. Ein Baustein innerhalb der verschiedenen Entwicklungsbereiche ist die ästhetische Bildung im Rahmen der Theaterpädagogik. Ästhetik meint in diesem Zusammenhang die Verknüpfung der emotionalen und kognitiven Erfahrungen eines Menschen, die ihn dazu befähigen, Dinge ganzheitlich zu erfassen: Ein Zusammenwirken aus Empfindung, Wahrnehmung, Erkenntnis und Verständnis.
 

Das Kind erkennt sich selbst

Grundvoraussetzung für die Entwicklung des Kindes beim Theatermachen ist das Lernen aller Beteiligten voneinander. Sowohl durch verschiedene theaterpädagogische Übungen als auch durch den Umgang in der von der Theaterpädagogin geschaffenen schrankenlosen Welt, arbeitet das Kind zunächst heraus wer es selber ist und welche Kompetenzen es in Bezug auf das Theater innehat. Die Theaterpädagogin schätzt darauf bezogen die nächsten Schritte des Theatermachens ab. Dem Kind wird dabei Nichts aufgezwungen. Für den Prozess des sich selbst Erkennens bedarf es viel Zeit und Geduld.
 

Motorische Entwicklung

Theaterspielen begünstigt die motorische Entwicklung der Kinder. Sowohl die Feinmotorik als auch die Grobmotorik werden sensibilisiert und gefördert. Gerade im pantomimischen Darstellen liegt ein großes Potential, welches, angeleitet durch die Pädagogin, die Bewegung der Kinder stimulieren und ausdifferenzieren kann.

Theateraufführung 2013 - Die Zauberflöte
Theateraufführung 2013 - Die Zauberflöte
Man kann beispielsweise als Elefant stampfen und dabei jede Menge Kraft einsetzen, als Löwe schleichen und sich ganz grazil bewegen oder als Frosch weite Sprünge machen. Man kann laut und leise sein, traurig oder fröhlich- der Körper ist immer aktiv beteiligt und das Spielen wird zu einer ganzheitlichen Erfahrung. Dies hat positive Auswirkungen auf die eigene Körperwahrnehmung und die damit verbundenen Ausdrucksmöglichkeiten. Die meisten Kinder haben großen Spaß am Einsatz des eigenen Körpers. Sie lernen ihn durch Theaterübungen immer wieder neu kennen und kommen schnell auf eigene Ideen, ihn auf verschiedene Weise einzusetzen. Andere Kinder trauen sich nicht auf Anhieb sich vor anderen darzustellen. Gerade für diese Kinder ist das behutsame Heranführen durch Körperübungen eine Hilfestellung zu mehr Selbstbewusstsein und Körperwahrnehmung.
 

Konzentrationsförderung

Dieser Teil der pädagogischen Arbeit ermöglicht es den Kindern in sich hineinzugehen, ihre Fantasie anzuregen und zu entspannen, denn so können sie Stress von sich werfen und zur Ruhe kommen. In Verbindung hiermit finden auch Atem- und Sprechübungen, sowie Körperhaltungsübungen statt. Das Theatermachen hat eine entschleunigende Funktion. Es reduziert die äußeren Reize häufig auf ein Minimum und fordert die Fantasie der Kinder. Sie schlüpfen in Rollen und stellen sich Dinge vor- aus einer Behauptung wird ein Handeln. Die Ablenkung von außen reduziert sich und die Kinder agieren von innen heraus. Insbesondere im improvisierten und pantomimischen Theaterspiel ist die Bündelung auf das eigene Ich enorm groß und prädestiniert für Kinder mit Konzentrationsschwierigkeiten.
 

Tanz

Als Aufbau zum Theater werden kreative Gruppentänze oder Tanztheater angewendet, welche im Bezug zur ästhetischen Bildung stehen. Diese wirkt sich auf den Gang, die Körperhaltung und Bewegung aus.

Erfahrungen und Informationen die im Rahmen des Theatermachens gesammelt werden bereichern die pädagogische Arbeit im gesamten Kinderladen.